Clarence SeedorfClarence Seedorf wurde in der Hauptstadt der ehemaligen niederländischen Kolonie Suriname geboren, wo viele niederländische Nationalspieler wie Ruud Gullit, Frank Rijkaard, Edgar Davids oder Patrick Kluivert zumindest ihre kulturellen Wurzeln haben. Seine Vorfahren stammen von der Plantage Berg en Dal am Suriname etwa 100 km südlich von Paramaribo. Einige seiner Ahnen waren hier in Dienst der evangelischen Brüdergemeine. Ajax Amsterdam Als Absolvent der weltberühmten Fußballschule von Ajax Amsterdam bestritt er mit 16 Jahren sein erstes Spiel in der höchsten niederländischen Spielklasse, der Ehrendivision, was bis heute gültiger Rekord im niederländischen Fußball ist. Schnell etablierte er sich als Mittelfeldspieler in der ersten Mannschaft der Amsterdamer. Bei Ajax gewann er bis zu seinem Abschied (nach der Saison 1994/95) u.a. 2 nationale Meisterschaften (1994, 1995), siegte zweimal im Pokalwettbewerb (1993, 1994) und war Teil der Mannschaft, die 1995 im Wiener Ernst-Happel-Stadion durch ein 1:0 gegen den AC Mailand die Champions League gewinnen konnte. Insgesamt bestritt er in der Ehrendivision 64 Partien, in denen er 11 Tore erzielte. Sampdoria Genua Seine Erfolge und seine fußballerischen Qualitäten - Spielübersicht, Technik, Organisationstalent sowie taktische Flexibilität - ließen die Konkurrenz im Ausland aufhorchen. Den Zuschlag erhielt schließlich der italienische Erstligist Sampdoria Genua, für den Seedorf allerdings nur eine Saison spielte. Real Madrid Nach einer eher durchwachsenen Saison bei Sampdoria und einer enttäuschenden Europameisterschaft bot sich ihm die Chance seines Lebens, als sich die Königlichen von Real Madrid um seine Dienste bemühten. Im Sommer 1996 wechselte er für die geschätzte Summe von 15 Millionen Mark nach Spanien und wurde bei Real Madrid auf Anhieb Stammspieler. In einer Mannschaft mit Superstars wie Raúl, Fernando Redondo, Predrag Mijatovic, Davor Šuker und Roberto Carlos nahm er den Part des Spielmachers ein. Unter Leitung des italienischen Trainers Fabio Capello gewann die Mannschaft bereits in seinem ersten Jahr die spanische Meisterschaft. In der folgenden Spielzeit wurde das Ziel Meisterschaft unter dem deutschen Trainer Jupp Heynckes jedoch klar verpasst. Aufgrund des ersten Meistercup- bzw. Champions League-Titels für Real Madrid nach über 32 Jahren war die Saison jedoch trotzdem ein großer Erfolg. Mit dem 1:0 im Finalspiel gegen Juventus Turin, das noch dazu im Stadion seines ehemaligen Vereins Ajax Amsterdam statt fand, errang Seedorf seinen zweiten Champions League-Titel. Im Dezember 1998 gewann er mit den Madrilenen noch den Weltpokal, von da an verlief seine Karriere in Spanien jedoch nicht mehr so erfolgreich. Unbeständige Leistungen sowie sein Beharren auf eine zentrale Mittelfeldposition, während die Trainer ihn lieber am Flügel einsetzen wollten, führten schließlich nach 121 Spielen und 15 Toren in der Primera División zu seinem Abschied von Real Madrid. Inter Mailand Im Januar 2000 wechselte er für eine Transfersumme von 22,5 Millionen Mark zum italienischen Nobelverein Inter Mailand. In zweieinhalb Jahren absolvierte er für Inter 64 Erstligaspiele, in denen ihm 8 Tore gelangen. Änlich wie während seiner letzten beiden Jahre in Madrid fand er sich aber auch in der Mailänder Mannschaft nicht gut zurecht. Zudem blieb dem erfolgsverwöhnten Spieler in dieser Zeit ein Titel versagt. Auch hatten seine Trainer Probleme damit, für ihn die richtige Position auf dem Feld zu finden. AC Mailand So kam es ihm entgegen, dass er vor der Saison 2002/2003 im Austausch für den italienischen Verteidiger Francesco Coco zum Lokalrivalen AC Mailand wechseln konnte. Dort fand er sich sehr schnell zurecht und genießt seitdem das Vertrauen seines Trainers Carlo Ancelotti, der ihn als Stammspieler in einem spiel- und kampfstarken Mittelfeld mit den Kollegen Andrea Pirlo und Gennaro Gattuso einsetzt, die den Mann hinter den Spitzen, meistens den Brasilianer Kaká, unterstützen und abschirmen. Gleich in seinem ersten Jahr erwies sich Seedorf als Glücksbringer für seinen neuen Klub, als er mithalf die Champions League zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte zu gewinnen. Der im Old Trafford-Stadion von Manchester United errungene Elfmetersieg gegen den italienischen Ligakonkurrenten Juventus Turin brachte Seedorf in die Geschichtsbücher, weil er damit der erste und bislang auch einzige Spieler wurde, dem es gelungen ist mit drei verschiedenen Klubs den Europapokal der Landesmeister bzw. die Champions League zu gewinnen. Das Triple wurde durch einen Leistungseinbruch in der Serie A verpasst, zumindest gelang es ihnen zusätzlich zur Champions League den italienischen Pokal zu erobern. Das Glück blieb ihm auch in der der folgenden Saison treu. Als einer der Schlüsselspieler in der hochkarätig besetzten Mannschaft des AC Mailand half er mit den 17ten Meistertitel der Vereinsgeschichte vor dem AS Rom zu gewinnen. In der Champions League war bereits im Viertelfinale Schluss, als man an dem spanischen Vertreter Deportivo de La Coruña scheiterte. In der Saison 2004/2005 wurde er mit dem AC Mailand in der italienischen Liga Vizemeister. Nach einem glücklichen Weiterkommen im Halbfinale der Champions League gegen die Landsleute Seedorfs, den niederländischen Meister PSV Eindhoven, verlor er mit seiner Mannschaft das Finale in Istanbul gegen den FC Liverpool nach Elfmeterschießen. Nationalmannschaft Die Nationalmannschaftskarriere von Seedorf steht jedoch in krassem Gegensatz zu seinen Erfolgen auf Club-Ebene, wo er bislang 4 Meisterschaften, 3 Pokalsiege und 3 Champions-League-Triumphe feiern durfte. In der Elftal, der niederländischen Auswahl, kam Seedorf bisher auf 77 Einsätze (11 Tore). Er nahm an einer Weltmeisterschaft (1998) und drei Europameisterschaften (1996, 2000, 2004) Teil, bei denen er, die EM '96 in England ausgeschlossen (Viertelfinale), jedes Mal das Halbfinale erreichte. Trotz dieser beachtlichen Ausbeute ist er bei den niederländischen Fans und den Fußballexperten seines Landes recht umstritten. Ihm wird seit Jahren vorgeworfen, nicht mit dem gleichen Eifer wie bei seinen Vereinsmannschaften aufzutreten und dass seine Spielweise phlegmatisch wirke. Insgesamt habe er nicht das beste aus seinen Möglichkeiten gemacht. Ein Mann mit diesen Erfolgen müsse in der Nationalmannschaft wesentlich mehr Führungspersönlichkeit zeigen. Solche Überlegungen dürften auch ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass ihn der aktuelle Bonds-Coach Marco van Basten nicht in den Kader für die WM 2006 einberufen hat. Zur Übersicht Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "FIFA 100 " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Kennst du schon?
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