Fußball

Toni Polster

Anton "Toni" Polster (* 10. März 1964 in Wien) ist ein ehemaliger österreichischer Fußballspieler.
Toni Polster war dreifacher österreichischer Meister (1984-1986) mit Austria Wien und in den 1980er und 1990er Jahren einer der erfolgreichsten und populärsten österreichischen Fußballspieler.

Karriere
Polster begann seine Karriere bereits 1973 in der Jugendmannschaft von Austria Wien, wechselte 1982 kurzzeitig zum 1. Simmeringer SC, kehrte aber im selben Jahr wieder zur Austria zurück, wo er dann bis 1987 sehr erfolgreich spielte. Nachdem er dreimal Torschützenkönig der österreichischen Bundesliga geworden war und mit Austria Wien drei österreichische Meistertitel gewinnen konnte, spielte er in der Saison 1987/88 für den AC Turin. 1988 wechselte der kopfballstarke Mittelstürmer in die erste spanische Liga zum FC Sevilla, wo er zu einem der torgefährlichsten Spieler der Liga avancierte (Zweiter in der Torjägerliste 1990/91). Seine weiteren Stationen in Spanien waren CD Logrones (1991/92) und Rayo Vallecano (1992/93). Von 1993 bis 1998 spielte Polster in der deutschen Bundesliga beim 1. FC Köln, wo er 1994/95 zusammen mit Bruno Labbadia das erfolgreichste Sturmduo der Liga bildete (2. der Torschützenliste 1996/97). Nach dem Abstieg Kölns 1998 spielte er in der 1. und in der 2. Liga für Borussia Mönchengladbach, ehe er im Januar 2000 auf Leihbasis zu SV Austria Salzburg wechselte, wo er seine Karriere beendete.
Zwischen 1982 und 2000 absolvierte Polster 95 Länderspiele für die österreichische Nationalmannschaft, in denen er 44 Treffer erzielte. Damit ist er in österreichs Nationalstatistik an zweiter Stelle hinter Andreas Herzog (103 Einsätze) und vor Gerhard Hanappi, der es auf 93 Einsätze brachte. Außerdem ist er der erfolgreichste österreichische Länderspieltorschütze. 1990 nahm er an der Fußballweltmeisterschaft in Italien teil, 1998 an der WM-Endrunde in Frankreich; bei beiden Turnieren gelang dem österreichischen Team nicht die Qualifikation für das Achtelfinale. Polster wurde 1997 in Österreich zum Sportler des Jahres und zum zweitenmal nach 1986 auch zum Fußballer des Jahres gewählt. Im Januar 1997 übernahm Polster außerdem das Präsidentenamt beim Kölner Kreisligisten SV Weiden, für den er im Oktober 2000 noch einmal eingesetzt wurde. Von 2001-2004 war Toni Polster im Marketingbereich für Borussia Mönchengladbach tätig. Im Winter 2004 kehrte Polster als Teammanager wieder zu seinem Stammverein Austria Wien zurück und konnte mit dem Erreichen des UEFA-Cup Viertelfinale international aufhorchen lassen. Am 1. Juni 2005 wurde Polster nach Differenzen mit Frank Stronach von diesem fristlos entlassen. Aus Polsters Sicht war die Entlassung ungerechtfertigt, deswegen klagte er auf Verdienstentgang. Der Ausgang des Verfahrens ist offen.
Bei Austria Wien (39 Treffer), FC Sevilla (33) und CD Logrones (14) ist er Rekordtorschütze.

Stationen als Spieler
1973-1982 (Januar) FK Austria Wien
1982-1982 (Juni) 1. Simmeringer SC
1982-1987 FK Austria Wien
1987-1988 AC Turin
1988-1991 FC Sevilla
1991-1992 CD Logrones
1992-1993 Rayo Vallecano
1993-1998 1. FC Köln
1998-2000 Borussia Mönchengladbach
Frühjahr 2000: SV Austria Salzburg
Zitate und Anekdoten
"Sie sind ja, wie man bei uns sagen würde, ein Blitzgneißer."
"Für mich gibt es nur "entweder-oder". Also entweder voll oder ganz."
"Ich würde gegen die Italiener natürlich gerne mit zwei Stürmern spielen. Aber diese personellen Diskussionen werden bei uns gerne geführt. Wir haben in etwa acht Millionen Einwohner, davon sind sechs Millionen Teamchef. Wenn man die alle fragen würde, hätten wir 3,5 Millionen verschiedene Aufstellungen."
"Ja, das stimmt."
"Ich will kein Denkmal sein, darauf scheißen nur die Tauben."
"Herr Polster, warum wurde der Vertrag mit dem 1. FC Köln trotz intensiver Verhandlungen noch nicht verlängert? Antwort: Na ja wissen Sie, es ist mir zum ersten Mal in meiner Karriere passiert, dass mir der Verein mehr Geld zahlen will als ich annehmen kann und das ist mir fast peinlich, deswegen hab ich noch nicht verlängert.....
Nach einer Pokalpleite in Ulm hatte Toni Polster beim Kölner Ringfest 1997 einen zehnminütigen Auftritt mit der Szeneband Fabulöse Thekenschlampen ("Toni, lass es polstern!"), woraufhin sein Klub, der 1. FC Köln ihm mit einer Geldstrafe und einer Abmahnung gedroht hatte. Allerdings musste der Sportdirektor Rühl zugeben, dass er laut Lizenzspielervertrag Privatauftritte in der Öffentlichkeit nicht verbieten kann, solange technische und organisatorische Abläufe des Klubs nicht gestört werden.
Privatleben
Polster ist verheiratet mit Ehefrau Elisabeth. Er hat einen Sohn Anton-Jesus (*1990) und eine Tochter Lisa-Maria (*1993).

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